Die Gangart in der Berufswelt wird immer härter – die Tendenz der Unternehmen geht allgemein dahin, die Personalkosten niedrig zu halten, während die Menge und die Komplexität der täglichen Aufgaben stetig wächst. Als „professionell“ gilt, wer dem zunehmenden Druck am besten standhält – und damit im Job bleibt, während andere entlassen werden. Dazu befinden sich viele Unternehmen ständig in Umstrukturierungsprozessen, die für die meisten Mitarbeiter undurchschaubar bleiben. Für das Betriebsklima ist diese Situation Gift, denn der Arbeitsdruck gepaart mit schierer Existenzangst bringt Menschen dazu, im Kollegenkreis ihre schlechtesten Seiten zu zeigen und um sich zu beißen.
Wenn Sie sich in solche einer Lage befinden, müssen Sie weder resignieren noch gleich einen neuen Job suchen. Lernen Sie, Grenzen zu ziehen und sich effektiv zu wehren. Wichtig ist, keine Ohnmachtsgefühle aufkommen zu lassen. Auf die Dauer kann es Ihnen sogar helfen, konsequent gegen den Strom zu schwimmen.
- Setzen Sie sich bewusst mit dem Thema Un-Kollegialität auseinander und solidarisieren Sie sich mit anderen Betroffenen. Unfaire, intrigante und aggressive Kollegen disqualifizieren sich früher oder später selbst, spätestens dann, wenn sie eine wichtige Information für sich behalten, dadurch Sand ins Getriebe streuen und der Chef davon erfährt.
- Lassen Sie sich keine dummen, abwertenden Sprüche gefallen. Schlagfertigkeit ist Trumpf. Fieslinge, die gewöhnt sind, andere mundtot zu machen, treten sofort den Rückzug an, wenn die passende Parade kommt. Siegreich ist dabei allerdings nur, wer sich aus Prinzip nicht ärgern lässt.
- Wenn jemand sich Ihnen gegenüber unfreundlich und unkollegial verhält, versuchen Sie, bei sich zu bleiben und nichts vom Gesagten auf sich zu beziehen. Stellen Sie sich vor, das Gegenüber hat häuslichen Ärger, Zahnweh oder sonst ein persönliches Problem. Jeder hat sein „Päckchen“ zu tragen. Diese Haltung sorgt schnell für inneren Abstand – es verhilft Ihnen zu Selbstkontrolle und dazu, sich keine Blöße zu geben, oder gar traurig oder verdrossen zu wirken.
- Arbeiten Sie am eigenen Selbstvertrauen und an der positiven Grundeinstellung: Sie wirken umso souveräner und fallen weniger ins Beuteschema der „Mobber“.
- Mentales Training hilft: Spielen Sie eine mögliche Auseinandersetzung im Geist durch, legen Sie sich passende, ruhig auch mal überraschende und „freche“ Antworten zurecht, das bereitet vor auf die nächste Sparringsrunde mit dem Abteilungsekel.
Tragen Sie selbst zur Unternehmenskultur bei: Achten Sie auf Ihre Kollegen und Kolleginnen, sprechen Sie mit ihnen statt über sie, tragen Sie Konflikte auf der Sachebene aus und seien Sie im Rahmen des Möglichen hilfsbereit. Dazu gehört beispielsweise, wichtige Informationen zeitnah weiterzureichen, damit die Arbeit vorangeht.