Der chinesische Staatsmann und Philosoph Konfuzius war der Ansicht: „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“
Um diesen zweiten Fehler zu vermeiden, müssen Sie zwei Schritte tun: Der erste besteht darin, sich und gegebenenfalls anderen den Fehler Nummer 1 einzugestehen. Im zweiten Schritt versuchen Sie, die Auswirkungen des Fehlers rückgängig zu machen oder auszugleichen.
Sie kennen die Situation: Im Berufsalltag lenkt dieses korrekte Vorgehen die negative Aufmerksamkeit auf die Person, die den Fehler begangen hat. Vorgesetzte und Kollegen sind auch nur Menschen, sie merken sich Situationen und Muster und übertragen sie wieder und wieder auf die Person, der vielleicht in der Einarbeitungszeit ein gravierender oder besonders dummer Fehler unterlaufen ist. Im gleichen Maße, wie einem Mitarbeiter dann weniger zugetraut wird, sinken dessen Selbstvertrauen, Sicherheit und Tatkraft.
Wenn Sie von Natur aus ein starkes Selbstvertrauen haben, geraten Sie womöglich gar nicht erst in solche Teufelskreise. Umso leichter passiert dies dagegen Berufsanfängern oder Menschen, die sich ihrer selbst und ihrer Fähigkeiten nicht so sicher sind.
Zur Beruhigung für alle, die am liebsten niemals Fehler machen würden: Es gibt im modernen Management ganze Abhandlungen über die Stichworte „Fehlerkultur“ und „Fehlerkompetenz“. Dass sich unzählige Abteilungsleiter, Psychologen, Unternehmens- und Personalberater mit diesen Begriffen auseinandersetzen, heißt im Klartext nichts anderes als „Nobody is perfect“.
Wenn Sie sich selbst oder anderen gegenüber eine niedrige Fehlertoleranz haben, erzeugen Sie nur unnötigen Druck. Bedenken Sie:
Wenn Probleme aus Angst vor Abmahnungen, Entlassung oder dem Spott der Kollegen unter den Teppich gekehrt werden, führt das zu mieser, gedrückter Stimmung am Arbeitsplatz und Drückebergerei. Verbesserungspotential, Initiative und der Mut zum Anpacken innerhalb eines Teams werden auf diese Weise ruiniert.
Perfektionismus ist der falsche Maßstab:
- Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen. Vorgesetzte sollten ihren Mitarbeitern vermitteln, dass die Welt nicht untergeht, wenn etwas schief geht.
- Fehler bedeutet, dass etwas „fehlt“ – Information, Wissen um Zusammenhänge, Erfahrung, Zeit und Rat, um eine Aufgabe gut zu erledigen? Für all das kann jedoch gesorgt werden.
- Im Englischen gibt es den Begriff des „try and error“, gemeint ist ein Lernprozess, der bei jedem Scheitern neu beginnt und neue Richtungen einschlägt, bis das Ziel erreicht ist. Dieses Prinzip liegt bekanntlich vielen bedeutenden Erfindungen zugrunde.
- Niemand macht absichtlich etwas verkehrt.
Statt also schuldbewusst und ängstlich hinter dem eigenen Schreibtisch zu versinken, sollte man zu Fehlern stehen, die Verbesserungsmöglichkeiten sehen und engagiert umsetzen. Auf diese Art bleibt nicht der Fehler in der Erinnerung der Kollegen und Vorgesetzten, sondern der positive Umgang damit.